Der Bärlauch-Geist der erneuernden Wiederverbindung mit der Erde

Der botanische Name des Bärlauch ursinus allium kommt aus dem Lateinischen dafür steht ursinus für den Bären und bedeutet “für Bären geeignet”, der Gattungsname allium ist der lateinische Name für “Knoblauch” und gehört, zusammen mit Lauch und Zwiebeln, zur Familie der Lauchgewächse (Alliaceae).

Der Bärlauch ist eine Pflanze, welche in Asien/ Mitteleuropa beheimatet ist. Schon die GermanenRömerund Kelten kannten dieses Gewächs als Gwürz.-  und Heilpflanze  wo die Blütezeit zwischen April und Mai liegt.

Erstaunlich:

Bärlauch heisst nicht nur auf deutsch so. Das wilde Lauchgewächs, das jetzt wieder ganze Waldböden überzieht, nannten die Römer schon vor  über 2000 Jahren Allium ursinum, also Bärenknoblauch. Und diese Bezeichnung gibt es auch im heutigen Französisch (ail des ours), Italienisch (aglio orsino), Spanisch (ajo de oso), Englisch (bear’s garlic) oder sogar auf polnisch (czosnek niedźwiedzi).

Eine naheliegende Frage: Was also hat das würzige Frühlingskraut mit dem Bären zu tun?

Der Name des Bärlauchs stammt daher, dass der Bärlauch für die Bären einer der ersten Nahrungsquelle nach ihrem Winterschlaf war. Aber auch weil der Bär vor seinem “sterben*” (Winterschlaf) auch sehr viele unverdauliche Dinge frisst wie Rinden und Gehölze, die sich in seinem , über den Winter  nimmt der Bär dann nichts zu sich und die unverduaulichen Reste bilden eine Propfen in seinem Darm, mit dem fressen von Bärlauch wird  der  Verdauungsprozess in Ganggebracht und seine Lebensgeister geweckt.

*Die schamnanische Ansicht:

Der auf der Erde lebende Bär geht jedes Jahr unter die Erde (er stirbt) und wird im Frühling wieder geboren. Nicht genug damit, er bringt neues Leben mit (Jungtiere), so vermittelt der Bär dem Menschen die Lehre vom ewigen Leben. Im Englischen heisst „to bear” auch gebären.

In jungsteinzeitlichen Siedlungen des Alpenvorlandes fand man Überreste von Bärlauch. So ist es wahrscheinlich, dass die Menschen ihn bereits vor 5000 Jahren kannten und aßen. Die walisischen Kelten verehrten die Pflanze und aßen sie vor der Schlacht, um gestärkt davon in den Kampf zu ziehen. Ihr Genuss sollte auch eine von Kampfwunden ausgehende Blutvergiftung verhindern können. So zeigte auch das Waliser Wappen ursprünglich einen Bärlauch. Noch heute wird am Nationalfeiertag in Wales, St.Davids-Day am 1. März traditionell Lauch an der Kleidung getragen.

Die  Germanen nannten ihn  so , weil er nach ihrer Meinung die Heilkraft und Energie der Bären hatte und den Winter und die Kälte in die Knie zwingt.

In alten schriften wird berichtet wie sich Bären wie verrückt in den Bärlauchplatten verhielten und das Kraut fraßen. War wohl die Freude auf das erste Grün, das auch reich an vielen wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelemnte ist. Die Lebensgeister werden geweckt und die Frühjahrmüdigkeit besiegt.

Zudem hatten sie  auch der Glaube vor, dass Pflanzen mit Tieren verbunden sind und durch den Verzehr einer solchen Pflanze konnte man auch die Kraft des Tieres in sich aufnehmen, in diesem Falle die des Bären.  Die Bärin wiederum ist ein altes Symbol für die Erde selbst und Ihre Göttin. So ist der Bärlauch auch mit der Erde selbst und ihrer spirituellen Kraft verbunden. Die Römer weihten den Bärlauch daher der Göttin Ceres.

Die Germanen sahen im Bären ein Seelentier (Totem), so galt auch hier der Bärlauch als heilige und magische Pflanze.

Die in manchen Landstrichen heute noch übliche Bezeichnung “Ramser” oder “Rämsch” stammt vom germanischen Ausdruck hramusan (Bärlauch = Ramson) beziehungsweise vom althochdeutschen Ausdruck ramsada. Das mittelhochdeutsche Wort Rams findet sich noch heute in vielen Ortsnamen, etwa Ramsthal, Ramsloh oder Ramsau (Deutschland).

Die Germanen benannten auch andere Pflanzen nach germanischen Urwesen wie Bärlapp, das Bärenkraut, die Bärentraube, die Bärwurz, Wolfsbeeren, Wolfsdisteln und Fuchsbeeren.

Wie viele Lauch-Pflanzen schützt auch der Bärlauch vor Hexen, bösen Geistern, Vampiren und Schlangen. In Thüringen gibt es bis heute das so genannte Ramschelfest (Ramson = Bärlauch). Es findet am ersten Sonntag vor Walpurgis statt. Zu Walpurgis soll dem Volksglauben nach der Bärlauch seine stärkste magische Kraft haben. An diesem Tag ging die Bevölkerung kleiner Dörfer bei Erfurt in die Wälder um Bärlauch zu sammeln und sich damit zu schmücken. Auch andernorts gab es ähnliche Bräuche: Mädchen und Knaben gingen in den Wald und sammelten den Bärlauch. Kamen sie mit ihm ins Dorf zurück, wurde dieser den Kühen zu fressen gegeben, um einen Schutz gegen böse Geister und Dämonen zu erwirken. Wer einen Dieb, der etwas gestohlen hat, im Traum sehen wollte, band Bärlauch und Brot an seinen linken Arm und ging so schlafen. Durch Bestreichen der Brust mit Bärlauch (Hexenzwiebel) kann man Hexen abwehren. Man muss sie aber vor der Walpurgisnacht sammeln, da in dieser die Hexen dem Bärlauch die Kraft nehmen. Aus dem Saft des Bärlauchs, gemischt mit Korander, stellten die Römer Liebestränke her.

Die Druiden ernteten den Bärlauch in der Beltainenacht setzen ihren Jahresvorrat an Bärlauch in Öl oder als Tinktur an. Sie setzten den Bärlauch bei Akne, Pilzerkrankungen, Ekzemen, zur Blut- und Darmreinigung ein und bei Epidemien, um sich gegen Infektionskrankheiten zu schützen. Die Indianer Nordamerikas benutzten ihn zum Kochen, gemahlen mit Tierfett als antiseptische Salbe und als Absud oder Tinktur um Harngries zu behandeln. Die Bärlauch-Blütenessenz verhilft dazu innere Trägheit und seelischen Ballast loszulassen und sich wieder mit Schwung zu erfüllen. Sie fördert Ausgeglichenheit und Milde.

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